Diese Website verwendet Cookies, um Ihr Surferlebnis zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.   Erfahren Sie mehr.
Zustimmen
Patrick Enge

Thomas Cook-Insolvenz: Chargeback bei nicht mangelnder Versicherung

Greift das Chargeback bei einer Thomas Cook-Pauschalreise, wenn der
Insolvenzversicherer nicht ausreichend Mittel zur Deckung zur Verfügung
stellt? Was sind dann die fristen bei Visa, da die Abwicklung des
Schadenfalles beim Versicherer einige Zeit in anspruch nehmen kann?

Speichern Abbrechen
Dieser Beitrag wurde geschlossen.
Es ist nicht möglich, Kommentare zu schreiben. Sie können aber jederzeit eine Frage stellen.
Frage stellen
11 Kommentare
2019-10-15T09:17:03Z
  • Dienstag, 15.10.2019 um 11:17 Uhr
Da es sich in Ihrem Fall um eine Pauschalreise handelt, wird ein sogenannter Reisesicherungsschein ausgegeben und im Falle z.B. einer Insolvenz ist der Reisepreis darüber versichert. Der Versicherer ist im Reisesicherungsschein genannt. Aus diesem Grund haben wir zuerst einmal auch kein Rückgaberecht, d.h. wir müssen Sie bitten, sich mit Ihrer Forderung an den im Reisesicherungsschein genannten Versicherer zu wenden und dort Ihre Forderungen anzumelden.

Der Presse war zwischenzeitlich zu entnehmen, dass der versicherte Erstattungsbetrag wohl nicht ausreicht, um alle Kundenforderungen komplett zu decken. Daher können wir in der Folge ggf. eine Rückbuchung über den Kreditkartenverrechnungsweg vornehmen. Dies ist aber erst möglich, wenn der Versicherer die Quotierung bekannt gegeben und allen Kunden ein entsprechendes Schreiben mit der anteiligen Erstattungszusage zugesendet hat. Dies kann nach unserer Einschätzung jedoch noch etwas Zeit in Anspruch nehmen.

Daher bitten wir Sie, sich mit Ihrer Forderung zuerst an den Versicherer zu wenden.

Sollte es in der Folge tatsächlich nur zu einer Teilerstattung über den Versicherer kommen, so können Sie sich gerne in der Folge wegen der Rückbuchung des Differenzbetrages wieder an uns wenden. Dazu benötigen wir dann die folgenden Unterlagen von Ihnen:


•    vollständige & unterschriebene Reklamation
•    Nachweis der Versicherung über den erstatteten Betrag
•    Nachweis der Gesamtkosten der Reise (Rechnung)

Bitte beachten Sie, dass das Zeitfenster für eine solche Rückgabe von den Kreditkartenorganisationen recht eng gesetzt wurde. Daher bitten wir Sie, sich unmittelbar nach Zugang des Schreiben unter Vorlage der o.g. Unterlagen wieder an uns zu wenden. Wir bitten um Verständnis, dass wir aufgrund der Masse an Anfragen keine Termineinhaltung anbieten können.

Viele Grüße
Janine
Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
2019-10-16T12:19:30Z
  • Mittwoch, 16.10.2019 um 14:19 Uhr

Bin ebenfalls davon betroffen.


Heute erhielt ich ein Schreiben der Kaera, in dem darauf hingewiesen wird, dass die Versicherungssumme nicht ausreichen wird und der aus der Versicherung verfügbare Betrag anteilig auf alle berechtigten Ansprüche aufgeteilt wird.


Eine verbindlichen Festlegung einer Quote wird jedoch noch einiges an Zeit in Anspruch nehmen.


Daher ist für uns nun entscheidend, wie die Frist beim Visa-Chargeback genau definiert ist. Da auf die Frage nach der Frist aus dem Eingangspost nicht im Detail eingegangen wurde, würde mich nun die genaue Definition der Frist interessieren, um meinen Antrag auf Chargeback fristgerecht einreichen zu können.


Kann ich davon ausgehen, dass es sich um 120 Tage ab dem eigentlichen Leistungsdatum (Reisedatum zum Urlaubsort) handelt?

2019-10-16T13:09:32Z
  • Mittwoch, 16.10.2019 um 15:09 Uhr
Wir können leider keine Frist nennen.
Bitte wenden Sie sich unmittelbar nach Zugang des Schreibens der Versicherung und mit den oben geforderten Unterlagen wieder an uns.

Viele Grüße
Janine
Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
2019-10-16T13:57:44Z
  • Mittwoch, 16.10.2019 um 15:57 Uhr

Vielen Dank für die Nachricht. Es ist bedauerlich, dass die BW Bank hier keine Aussage zur Frist machen kann oder machen möchte.


Andere Banken können das definitiv besser!


So heißt es beispielsweise bei vielen Banken mit Bezug auf eine aktuelle Veröffentlichung von Stiftung Warentest, dass die Frist für das Chargeback 120 Tage ab dem Zeitpunkt ist, zu dem der Kunde weiß, dass seine Reise nicht stattfindet.


Erhält der Kunde innerhalb von 60 Tagen keine Antwort vom Insolvenzversicherer, so kann das Chargeback-Verfahren bereits gestartet werden. Ein Nachweis über die erfolgte Kontaktaufnahme mit dem Versicherer sollte dazu mit vorgelegt werden.


Teilweise wird auch berichtet, dass nach dem Erhalt eines Bescheid des Versicherers über eine Teilrückzahlung oder die Ablehnung einer Zahlung nur noch eine Frist von 60 Tagen für das Beantragen des Chargeback verbleibt. Daher wird von einigen Banken sogar zur Wahrung der Frist empfohlen, den Antrag bereits jetzt zu stellen, und den Bescheid des Versicherers später nachzureichen.


Es scheint also allgemeingültige Regelungen zu den Fristen zu geben.


Nachdem es für mich bereits eine Herausforderung war, überhaupt das Formular für das Chargeback von der BW Bank zu erhalten, da einige BW Bank Mitarbeiter der Hotline der festen Überzeugung waren, dass es im Falle einer gebuchten Pauschalreise sowieso kein Chargeback gäbe und man mir die Zusendung des Formulars anfänglich sogar verweigerte, werde ich mir nach Abschluss dieser Angelegenheit wohl überlegen müssen, ob ich dann weiterhin Kunde bei der BW Bank bleiben möchte.


Der Sachverhalt mit der Insolvenz von Thomas Cook ist sicherlich in dieser Größenordnung Neuland für alle Beteiligten, aber den Service der BW Bank in dieser Sache empfinde ich bisher auf ganzer Linie als eine Katastrophe.

2019-10-23T11:35:39Z
  • Mittwoch, 23.10.2019 um 13:35 Uhr

Auch wir sind betroffen und hätten gern eine Antwort auf die Frage der einzuhaltenden Fristen.


Das Schreiben der Versicherung, dass wir berechtigt sind, liegt uns bereits vor. 

Es wird allerdings auch geschrieben, dass es noch eine ganze Weile dauern wird bis eine Quote festgelegt werden kann und uns mitgeleteilt wird, wieviel Geld wir zurückbekommen.



Bitte versichern Sie mir, dass mein Recht auf Charge-Back nicht verjährt ist, wenn ich auf die Antwort der Versicherung und den Rückzahlungsbetrag warte, egal wann uns dieses Schreiben zugeht.


Vielen Dank

2019-10-23T17:42:08Z
  • Mittwoch, 23.10.2019 um 19:42 Uhr
Ich kann nicht nachvollziehen, wieso ich bei Nichterbringung einer Leistung keinen Anspruch auf Charge-Back habe, schließlich habe ich eine Reise gebucht, die nicht geliefert wurde. Was ist da anders als beim Online-Handel?

Zudem ist mir unverständlich, warum keine allgemeingültigen Fristen genannt werden können und dieses Thema in der Erstanfrage umschifft wurde. Mir drängt sich der Verdacht auf, die BW-Bank will bei späterer Anmeldung der Ansprüche, was ja aufgrund des Versicherers nicht früher möglich ist, die Rückzahlungsverpflichtung mit Verweis auf verpasste Fristen aushebeln.

Was sind die Konsequenzen?
- nicht mehr mit Visa zahlen?
- Bank wechseln?
- schon mal beim Anwalt vorfühlen?
2019-10-24T09:10:30Z
  • Donnerstag, 24.10.2019 um 11:10 Uhr

Ich befürchte auch, dass man sich hinterher auf verpasste Fristen stürzen könnte.


Eine Alternative für den Anwalt wäre evtl. die Schlichtungsstelle?

Ich habe die Kontaktdaten in den AGB's gefunden.

Außergerichtliche Schlichtungsstelle ist der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) in Berlin. Hier kann man sich schriftlich beschweren...

2019-10-24T09:55:14Z
  • Donnerstag, 24.10.2019 um 11:55 Uhr

Ich bin mal dem Leseraufruf von Stiftung Warentest gefolgt, und habe meine bisherigen Erfahrungen mit dem Service der BW Bank in dieser Sache geschildert.


Zumindest scheint das Verhalten der Bank kein Einzelfall zu sein, wie man hier nachlesen kann:

https://www.test.de/Thomas-Cook-Insolvenz-Banken-lassen-Kunden-im-Stich-5532014-0/


Ich habe meinen Anspruch bei der Kaera am 30.09. eingereicht. Sollte bei mir bis zum 30.11. (60 Tage) kein Bescheid der Insolvenzversicherung darüber vorliegen, welchen Betrag ich erstattet bekomme, dann werde ich das Chargeback-Verfahren über die komplette geleistete Reisezahlung einleiten. Sofern bis dahin doch eine Entscheidung der Versicherung über den Betrag vorliegt den ich bekomme, dann werde ich nur den Differenzbetrag über das Chargeback einfordern.


Sollte sich die BW Bank dabei irgendwie querstellen, dann mache ich das bei Bedarf mit anwaltlicher Unterstützung.


@Janine (BW Bank)

Ich denke es ist nun an der Zeit mal eine offizielle Stellungnahme zu den Fristen hier bekanntzugeben.

2019-10-25T09:34:51Z
  • Freitag, 25.10.2019 um 11:34 Uhr

Nach Rücksprache mit unserer Fachabteilung können wir nun folgende Informationen für Sie zur Verfügung stellen:



Folgende Fristen sind bei MasterCard zu beachten:

•    Die Frist beträgt 240 Tage ab dem ersten Tag der gebuchten Reise

•    Falls innerhalb von 60 Tagen keine Antwort von der Insolvenzversicherung kommt, kann das Chargeback-Verfahren bereits dann veranlasst werden. In diesem Fall muss ein Nachweis über die Kontaktaufnahme mit der Insolvenzversicherung zu den anderen benötigten Unterlagen zusätzlich vorgelegt werden

Folgende Fristen sind bei VISA zu beachten:

•    Die Frist beträgt 120 Tage ab dem ersten Tag der gebuchten Reise, maximal 540 Tage ab der ersten Kreditkartenabbuchung (z.B. Anzahlung)

•    Das Chargeback-Verfahren muss innerhalb vom 60 Tagen nach Mitteilung der Versicherung zum tatsächlichen (Teil-)Erstattungsbetrag eingeleitet werden. Die o.g. MasterCard Frist hinsichtlich einer noch ausstehenden Antwort gibt es bei VISA nicht


Viele Grüße

Janine

Wie hilfreich finden Sie diese Antwort?
2019-10-25T12:04:49Z
  • Freitag, 25.10.2019 um 14:04 Uhr

Danke für die Antwort.

Jetzt muss ich nur noch verstehen, was in den Fristen wie unternommen werden muss. In meinem Fall ist dies Visa.

Was muss in den "120 Tagen ab dem ersten Tag der gebuchten Reise" unternommen werden?

Wie leite ich das Chargeback-Verfahren ein?